42. Kalenderwoche 2018

Entwicklungsprozesse und Reifungsphasen gehören zum Leben.
So mancher mag das Altwerden nennen –
ich nenne es
VERWERTVOLLERUNG.

Jessica Näser

41. Kalenderwoche 2018

Ein Lied für sie

Sie spielt mit Liebe nicht, sie liebt
Sie geht durchs Leben nicht, sie tanzt
Sie spricht die Worte nicht, sie singt
Sie spielt mit Liebe nicht, sie liebt

Lallaa lallallallaa lallallaa
Lallaa lallallallaa lallallaa
Lallaa lallallallaa lallallaa
Lallaa lallallallaa lallallaa

Sie spielt mit Liebe nicht, sie liebt
Sie leiht ihr Herz nicht aus, sie schenkt es
Sie lügt mit Tränen nicht, sie leidet
Sie spielt mit Liebe nicht, sie liebt

Lallaa lallallallaa lallallaa
Lallaa lallallallaa lallallaa
Lallaa lallallallaa lallallaa
Lallaa lallallallaa lallallaa

Sie spielt mit Liebe nicht, sie liebt
Sie träumt ihr Schicksal nicht, sie tanzt es
Sie lebt nicht nur zum Schein ihr Leben
Sie fragt und bittet nicht, sie nimmt

Lallaa lallallallaa lallallaa
Lallaa lallallallaa lallallaa
Lallaa lallallallaa lallallaa
Lallaa lallallallaa lallallaa

Sie spielt mit Liebe nicht, sie liebt
Sie geht durchs Leben nicht, sie tanzt
Sie spricht die Worte nicht, sie singt
Sie spielt mit Liebe nicht, sie liebt

Georges Moustaki – https://www.youtube.com/watch?v=IOpv-1L9JnY

40. Kalenderwoche 2018

(Was ist das Alphabet?)

Das Alphabet sind die Buchstaben aus unserer Welt, mit denen schreiben wir und mit denen reden wir auch. Um uns zu verstehen.

Merlin, 8 Jahre

39. Kalenderwoche 2018

Es ist erlaubt, jedem alltäglichen Moment, in dem man selbst oder ein anderer nicht zu Schaden kommt, ein kleines Vergnügen abzugewinnen.

Jessica Näser

38. Kalenderwoche 2018

Über vieles, was uns bewegt, können wir uns nie ganz verständlich machen.

Johann Wolfgang von Goethe

37. Kalenderwoche 2018

„Wunderlied“ …oder „ich weiß“ (Entwurf)

S1
Mir fiel ein Wort nicht ein
ein Wort für nicht-allein
eins für in-Wärme-sein
ein sanfter Wind dabei

Ein weicher Sonnenstrahl
ein zartes Muttermal
herrlicher Zeitvertreib
ein Schmetterling verweilt

Ref1
Ich denk‘ an Wunder
so eindrucksvoll und nah
ganz schlicht und einfach
werd‘n sie mir gewahr

S2
Ein watteleichter Traum
ein Klang man hört ihn kaum
die bunte Wiese blüht
als wenn sie Glück versprüht

Der ganze Wald für mich
der See so königlich
ein Wort das gut beschreibt
etwas gelingt das bleibt

Ref2
Ich denk‘ an Wunder
so unbeschwert und klar
vor mir und seitlich
gemütlich einfach da

S3
Mir fehlt ja sonst nicht viel
nur Worte für’s Gefühl
das mich so schwebend macht
so still und zart die Nacht

das mich bei Sorgen stützt
und vor dem Dunkel schützt
ein süßer Glücksmoment
nächtliches Goldgeschenk

Ref3
Ich weiß von Wundern
so friedlich und ganz zart
keine Gespenster
nur liebevoll und wahr

Ende
Für jeden merkbar
wenn er sie merken mag
so herrlich unscheinbar
so ständig wunderbar

Jessica Näser

36. Kalenderwoche 2018

Von Zeit zu Zeit muss man sich durch den Umgang mit guten und kräftigeren Menschen gewissermaßen neu einbinden lassen, sonst verliert man einzelne Blätter und fällt mutlos immer mehr auseinander.

Friedrich Nietzsche

35. Kalenderwoche 2018

Eine Klientin erzählte mir, dass ihre Tochter sie getröstet habe, in einem sehr traurigen Moment. Jule habe sie ganz feste gedrückt und ihr dabei ins Ohr geflüstert:

Einmal tief einatmen Mami.
Einmal die Liebe einatmen.

Jule, 13 Jahre

34. Kalenderwoche 2018

unique
voice among the many
in this choir
tuning
into each other
lift all higher

Billy Howerdel, Maynard James Keenan – https://www.youtube.com/watch?v=BIsH686xWl0

33. Kalenderwoche 2018

(Haben Sie ihn schon gefunden? Einen nicht ganz so weit entfernten Waldsee, um an ihm zu picknicken und in ihm zu schwimmen? Es lohnt sich!)

Es war ein solcher Vormittag,
wo man die Fische singen hörte;
kein Lüftchen lief, kein Stimmchen störte,
kein Wellchen wölbte sich zum Schlag.

Nur sie, die Fische, brachen leis
der weit und breiten Stille Siegel
und sangen millionenweis
dicht unter dem durchsonnten Spiegel.

Christian Morgenstern

32. Kalenderwoche 2018

Ich liebe den Sommer, wenn ich merke, wie mich die verlässliche Sonne anhimmelt Tag für Tag. Mein gut gelaunter Eindruck, dass das Gehirn sonnenbeschienen dann und wann langsamer arbeitet, bestätigt sich zeitweise in lustigen sommerhitzigen Versprechern, von denen ich mir erlaube, hier ein paar zu notieren:

„Jahrelang hab ich nach deiner Nase gepfeift.“

„Jetzt mach aber bitte nix Unüberstürztes!“

„Wir können ja ruhig streiten, es soll bloß nicht immer so ausatmen.“

„Die eine Betreuerin ist netter, weil sie ist nicht so nachtragisch.“

„Teeback und Zwie.“

„Ich fähige nicht an meinen Zweifeln.“

„Nackt sind alle Katzen grau.“

Ich wünsche für die Woche viele kühle Brisen, Melonen und Salate, Eis mit Sahne, ausreichend Wasser zum Trinken und Drinbaden, schützende Sonnencreme, Mit-sich-selbst-sanft-sein und jede Menge erfrischende Lacher!

Jessica Näser

31. Kalenderwoche 2018

WER DAS LIEST IST SCHÖN

Kölnknipse 2014

30. Kalenderwoche 2018

Wer zugleich seinen Schatten und sein Licht wahrnimmt, sieht von sich zwei Seiten, und damit kommt er in die Mitte.

Carl Gustav Jung

29. Kalenderwoche 2018

(In der vergangenen Woche wurden zwölf Jungen und ihr Fußballtrainer wohlbehalten aus einer Höhle im Norden Thailands geborgen, die drohte durch den Monsunregen zu überfluten. Bei der aufwendigen Rettungsaktion wurden Spezialtaucher eingesetzt, einer davon starb.)

Der Erfolg, den wir hatten, kam aus der Kraft der Liebe, anderen zu helfen. Wir alle hatten diese Liebe zu den zwölf Jungen und ihrem Trainer in die Höhle geschickt, und das hat unserer Arbeit geholfen, es hat uns Kraft gegeben.

Narongsak Osottanakorn, Einsatzleiter

28. Kalenderwoche 2018

Herzen sind da. Ich sehe oft eins – das kann ein Steinchen sein auf dem Weg vor mir, eine besonders geformte Pfütze auf der Straße, der Ahornpropeller-Abdruck auf dem Gartentisch, ein helles Blütenblatt auf dem Terrassenboden, das Loch in der Sitzfläche vom Korbstuhl, der Querschnitt eines gefällten Baumes oder der Schatten von Blättern im Wald, der Soßenfleck auf meiner hellen Hose, eine Sommersprossenansammlung in Nasennähe oder eine Kruste am Knie; es kann auch der Schaum in der Badewanne sein, das Salz, das ich auf die Hand schütte, um es anschließend in die Pfanne zu werfen, die kleine Paprika in der großen, ein Tomatenvielliebchen, ein Sommerhimmelwölkchen oder die Himbeere im Quark. So ein Herz ist manchmal schräg oder mal rau oder mal zur Hälfte verdeckt, nicht immer ganz in der Form und nicht immer ganz so rund, wie man sich am liebsten ein Herz vorstellt. Also eigentlich wie das Leben. Eine Besonderheit.
Haben Sie schon mal ein Herz gefunden? Das ist ganz leicht.

Jessica Näser

27. Kalenderwoche 2018

erleben was verbindet

Telekom

26. Kalenderwoche 2018

Manchmal lade ich andere (und mich) dazu ein, sich einem besonderen Gedanken zu widmen, um mit sich selbst unter einer bestimmten Überschrift in Berührung zu kommen, um bei sich zu sein, ehrlich mit sich, versöhnlich mit sich, oder auch, um vielleicht kritisch und veränderungssehnsüchtig mit sich in Kontakt zu kommen. Ich schlage also einen Satz oder ein Wort vor, als eine Art Titelbild oder Titelsatz, und wer mag, fühlt die Gefühle und denkt die Gedanken, die in ihm dazu entstehen.
Mein Vorschlag für die Woche:
„Diese Rolle spiele ich schon mein ganzes Leben.“

Jessica Näser

25. Kalenderwoche 2018

Ein reines Herz, ein froher Sinn
macht eine Magd zur Königin.

Poesiealbum

24. Kalenderwoche 2018

Es handelte sich um sehr viel mehr als einfache Himmelsrichtungen um mich herum, über mir und unter mir; es handelte sich um einen Ausgangspunkt, den Urknall meines Bewusstseins, das mich stets sagen lässt, vor allem, was die Musik betrifft, dass jeder von uns eine magische Erscheinung ist, dass man nur selten einen falschen Weg nimmt und dass man häufig einfach nicht weit genug gegangen ist. Denn schließlich ist das, was kommen soll, nicht so sehr zu entdecken als vielmehr zu erfinden.

Hélène Grimaud

23. Kalenderwoche 2018

Nach einer ausführlichen Wanderung durch Sonne, Feld und Wald, sagte meine Mutter am Abend:
Wir hatten einen traumhaften Tag!
Ich darauf: Und haben ihn immer noch.
Sie darauf: Und nehmen ihn überall mit hin.

Jessica Näser

22. Kalenderwoche 2018

Als ich über die Tasten dudelte, um eine Idee zum Gedanken der Woche in meine Notizen zu tippen, kam mir anscheinend ein Buchstabe quer, so dass die automatische Worterkennung mir „Garnele der Woche“ vorschlug. Das amüsierte mich, erstens, weil ich ausgerechnet am Abend zuvor einen köstlichen Salat mit Garnelen genossen hatte, und zweitens, weil meine Garnele der Woche sowieso das Thema Worterkennung aufgreifen sollte:
Immer dann, wenn ich das Wort „genießen“ schreiben möchte, was nicht selten der Fall ist, schlägt mein Handy mir das Wort „Genie“ vor.
Man könnte also meinen, das Wort genießen käme von Genie. Das gefällt mir.
GENIEßen Sie die Woche!

Jessica Näser

21. Kalenderwoche 2018

Liebe Welt!
Gut dass du da bist!
Hier bin ich richtig.
Alle sind hier richtig.
Wer das liest auch.
Deine Nele

Nele (auf einem Kärtchen am geplatzten Ballon)

20. Kalenderwoche 2018

Das Meer ist vielleicht nicht die Antwort…
aber man vergisst dort die Frage.

unbekannt

19. Kalenderwoche 2018

Wer alle Tage feiert, fragt nicht nach dem Sonntag.

aus Schottland

18. Kalenderwoche 2018

Was für ein (zu) intensiv befüllter Tag! Zwischen Abend-Termin und Nach-Hause-kommen schwinge ich mich ins Auto, um schnell noch zu tanken, den Kinogutschein zu holen und zum Supermarkt zu fahren. Ach ja, denke ich, bis zur Tankstelle sind es ca. sieben Minuten (durch die Abendsonne), ich könnte jetzt schnell Janina (Aussprache: Dschannienah) anrufen, dann könnten wir eben die Sache mit ihrer Geburtstagsplanung besprechen, also los. Ich drücke den Knopf mit dem grünen Hörer und bereite mich darauf vor, klar und deutlich zu sprechen, so wie es sein muss, damit meine Freisprecheinrichtung mich gut verstehen kann.
Meine Freisprecheinrichtung: „Wen möchten Sie anrufen?“
Ich: „Dschannienah.“
Meine Freisprecheinrichtung: „Ich habe Sie nicht verstanden. Wen möchten Sie anrufen?“
Ich: „iijaniehna.“
Meine Freisprecheinrichtung: „Möchten Sie iija-nieh-nah anrufen?“

– Einschub –
Früher, zu der Zeit als ich froh war, dass meine Eltern endlich dieses achtmeterlange Kabel angeschafft hatten, das mich in die Lage versetzte, mit dem Telefon die Treppe hoch (ich musste es hochkant oben durchs Geländer balancieren) in mein Zimmer zu verschwinden, um tiefschürfende Gespräche mit meiner besten Freundin zu führen, da hatte das Telefon noch so eine Wählscheibe. (Erinnern Sie sich?) Wenn ich jemanden anrufen wollte, dessen Nummer viele Achten und Neunen oder sogar Nullen enthielt, brauchte es ein Weilchen, bis die durchgeknattert waren. Und dann kam ein ausführliches Freizeichen, einmal, zweimal, dreimal, das war ganz normal. (Der oder die andere musste ja auch erstmal zu seinem Apparat hingehen. Immer dem Kabel nach… Oder die, die zusammen wohnten, sprachen sich kurz ab: „Gehst du mal ans Telefon?“) Es gab keine sekundenschnelle Verbindung, keinen Song zur Untermalung der Wartezeit, keine fremde Stimme, die mir sagte, dass ich „Bitte warten“ möge. Kein Autofahren zusätzlich. Es gab sozusagen eine unumgängliche Zeit zur Besinnung und Sammlung vor jedem Telefonat. Dabei war es mir erlaubt, zu überlegen, worum es im kommenden Kontakt gehen sollte, ob mir das Gespräch zu diesem Zeitpunkt wichtig war oder nicht, ich konnte nochmal tief ein- und ausatmen, möglicherweise konnte ich sogar wieder auflegen, bevor der oder die andere hätte bemerken können, dass ich die Nummer gewählt hatte.
– Einschub Ende –

Meine Freisprecheinrichtung nochmal: „Möchten Sie iija-nieh-nah anrufen?“
Dankbar schmunzelnd über die empathische virtuelle Auto-Fee, die mir im milden Wetter, mit rosa Quellwolken über mir und Barry Manilow im Radio, diesen Moment der Selbstbesinnung beschert, antworte ich klar und deutlich: „Nein.“
…und fahre in Ruhe weiter zur Tankstelle.

Jessica Näser

17. Kalenderwoche 2018

Und dann müssen wir ja auch noch Zeit haben, einfach nur dazusitzen und vor uns hinzuschauen.

Astrid Lindgren

16. Kalenderwoche 2018

(Mein Wochengedanke kommt heute nicht nur mit Worten sondern auch mit Tönen. Und mit leisen weichen Zwischenräumen.)

It is only when we become aware that our time is limited that we can channel our energy into truly living.

https://www.youtube.com/watch?v=MPlkHxFA-Qg

Ludovico Einaudi

15. Kalenderwoche 2018

Verzeihung

Häufig wird fälschlicherweise angenommen, dass Verzeihen mit der Zeit von alleine in Gang kommt. Oder auch, dass eine bestimmte Handlung des anderen, die dann die Bürde meines Schmerzes auflöst, hilfreich ist. Meine Erfahrungen und empirische Untersuchungen zeigen, dass zum Verzeihen ein willentlicher Akt nötig ist, eine Entscheidung, die ich selbst und ohne den anderen leisten kann. Ich allein kann also Versöhnung (…) initiieren. (…) Ich kann selber regulieren, in mir eine andere Haltung dieser Person gegenüber zu entwickeln, unabhängig davon, wie sie sich verhält.
Das ist eine gute Nachricht oder?

Friederike von Tiedemann

14. Kalenderwoche 2018

Wahrheit oder Pflicht?

Auf die Frage, ob es komplett WAHR ist, was ich schreibe, antwortete ich spontan: Geheim. Und danach erst dachte ich nach.
(…kommt „nach-denken“ eigentlich von später über etwas weiterdenken, von dem man zunächst glaubte, dass es schon zu Ende gedacht war?)

Also nochmal:
Ist alles, was ich schreibe, WAHR?
Ja. WAHR ist alles. Weil auch meine Vorstellungen, Sehnsüchte und Wünsche wahr sind.
Ist alles, was ich schreibe, ECHT PASSIERT?
Um helle Gedanken über gutes Zwischenmenschliches zu verbreiten, bleibt mir leider manchmal nichts Anderes übrig, als von dem, was ECHT PASSIERT, abzuweichen.
Wann ich das tue und wann nicht, das bleibt geheim.

Viel Verbundenheit, Friedliches und Gemütliches zu Ostern!

Jessica Näser

13. Kalenderwoche 2018

Montag-Morgen-Moment: Am Montag fuhr ich zur Arbeit, es muss so zwanzig vor acht gewesen sein. Ich war nach einem geknickten Sonntag, an dem ich wieder mal gemerkt hatte, dass der Tod meines Vaters mich auch nach sieben Jahren noch erschreckt, erstaunlich guter Dinge. Meine Stimmung war so leicht und locker, dass ich sogar bei einem Lied mitsang, das oft im Radio läuft und mir gar nicht gefällt. Ich kam an der Einfahrt des Parkhauses an und ließ mein Fenster hinunter, damit ich die von mir linkshändig bereitgehaltene Chipkarte nach draußen auf den dafür vorgesehenen Kontakt legen konnte (ich bin Rechtshänderin), um den Sensor zu aktivieren, der für mich die Schranke öffnen sollte. Und dann passierte das, was ich mir schon des Öfteren amüsiert in der Vorstellung ausgemalt hatte: Die Chipkarte fiel mir aus der Hand. Und? Und ich öffnete reflexhaft die Tür, um mich zum Aufheben raus zu beugen, was aber nur ca. drei Zentimeter weit ging (bums), so dass sich also nicht einmal eine Lücke für mein Unterärmchen auftat. Mein Gedanke, nach rechts rüber zu rutschen und über den Beifahrersitz auszusteigen, um dann um meinen Wagen herum zu laufen, erübrigte sich, als ich meinem stattlichen Hund, der dort im Fußraum saß, tief in die fragenden Augen blickte (wieso fährst du nicht weiter das machst du doch sonst immer). Während ich laut über mich selber lachte, in dieser „ausweglosen“ Situation, und wegen der Vision, mich in Kürze aus dem Fahrerfenster zum Boden zu schlängeln oder die Parkhaus-Hotline anzurufen, schoss mir der bange Gedanke durch den Kopf, dass ja morgens um diese Zeit viele Menschen gestresst sind, und ich rechnete mit hupender Genervtheit von hinten. Ich schaute also mit leicht verzerrtem Lächeln in den Rückspiegel und stellte fest, dass der Wagen hinter mir leer war und die Türe offen stand – der Fahrer war ausgestiegen und zu mir ans Fenster gekommen. Er hatte die Karte bereits aufgehoben, reichte mir sie an und wünschte mir lachend „weiterhin eine gute Woche“. Was für ein schöner Montag-Morgen-Moment. Mein Fenster summte wieder hoch und ich fuhr lächelnd ins Parkhaus.

Jessica Näser

12. Kalenderwoche 2018

Die Freude und die Trauer schlagen wie zwei Flügel stets gemeinsam an des Menschen Schultern, und sie heben ihn empor.

Nikos Kazantzakis

11. Kalenderwoche 2018

Heute wird mein Gedanke lang, und hoffentlich von mir gut les- und verstehbar formuliert. Das Thema beschäftigt mich immer wieder mal und hat mich diese Woche besonders berührt. …oder besser: mich angegriffen und nachdenklich gemacht.
Es geht um Zufriedenheit und Sicherheitsgefühl in Verbindungen.
Zum selbst-bewussten Leben gehört es, mit sich in Verbindung zu sein. Und in Beziehungen mit anderen zu sein. Und dabei in Rückkopplungsschleife immer wieder mit sich, oder besser noch, im Dauerkontakt zu sich selbst zu sein.
Verbundenheit und Autonomie sind menschliche Grundbedürfnisse, gegenpolig, so sagt meist die Wissenschaft. Autonomie gibt Sicherheit, solange sie gewünscht ist. Verbundenheit auch. Aber auch nur solange sie gewünscht ist. Autonomie und Verbundenheit stehen in einem irgendwie gelagerten Verhältnis zueinander. Damit meine ich: an Stellen, an denen jemand weniger verbunden ist, ist er mehr autonom, und umgekehrt. Was davon jeder Mensch in welcher Verbindung in welcher Ausprägung anstrebt und worauf er gerne verzichtet, entwickelt sich in einem Prozess, der startet sobald wir auf der Welt sind, der nie aufhört und der von Ur-Instinkten, von unseren tiefsten Gefühlen, unseren innersten Bedürfnissen, von Modellen und von Erlebnissen geprägt wird.
In Beziehungen zu sein heißt auch, das Verhältnis von Autonomie und Verbundenheit gut auszutarieren, eigentlich in jedem Kontakt und in jeder Situation. Dies gelingt fast allen Menschen sehr unbewusst sehr gut. Es gibt gelernte Automatismen, die unbemerkt funktionieren, so dass nicht jede Begegnung bewusst dahingehend überprüft werden muss, wie sie autonomieverbundenheitsverhältnismäßig von statten gehen kann. Wenn ich mit der Bäckerin in Kontakt gehe, um einen Mohnstriezel zu kaufen, dann passiert das beiderseits recht autonom. Und fühlt sich meist für beide gut und passend an.
Kleiner Exkurs: Bei Hunden und Menschen kennt man, dass die Menschen es lieben, wenn das Tier Verbundenheit zeigt, und dass sie es gar nicht mögen, wenn der Hund autonom einen anderen Hund verbellt oder einem Hasen hinterher flitzt. Das Bemerkenswerte bei Hund-Mensch-Verbindungen ist, dass Hunde (anders als die meisten Menschen) gar nicht autonom agieren wollen – sie möchten naturgemäß ihrem starken Anleiter eine treue Gefolgschaft sein. Sie sind dankbar und ausgeglichen, wenn sie merken, dass sie folgen können und keine Entscheidung selbst treffen müssen. Daher haben auch Frauchen und Herrchen, die ihrem Hund wegen fehlender „Führungskraft“ zu viel unerwünschte Autonomie aufdrücken, oft dieses Missverständnisproblem, dass der Hund meint, alle möglichen Situationen seiner-Nase-nach anführen zu müssen. Exkurs Ende.
In engeren und wichtigen zwischenmenschlichen Beziehungen ist es manchmal gar nicht so leicht zu merken, wie das eigene Autonomieverbundenheitsverhältnisbedürfnis gestaltet ist, und wie das des Gegenübers ist, und ob es eine Passung gibt. Oft muss man es auch gar nicht merken, weil es sich gut miteinander leben undoder arbeiten lässt. (Vielleicht weil wir unbewusst Menschen mit passenden Bedürfnissen finden?)
Vereinzelt werden aber Nicht-Passungen schmerzlich spürbar.
Über familiäre Bande wie Mutter-Kind-, Opa-Enkel- oder Geschwisterverbindungen habe ich noch nicht weitergedacht. Aber ich stelle fest, dass in selbstgewählten Verbindungen, also bei Freunden und Freundinnen, bei Wahlverwandtschaften, Liebespaaren und GeschäftspartnerInnen, es existentiell sein kann, ob die Verhältnisse zwischen Autonomie- und Verbundenheitswunsch von beiden als zueinander-passend wahrgenommen werden. Falls ja, können diese Beziehungen zufrieden erlebt und gelebt werden. Damit meine ich nicht problemlos, aber mit einem freien und positiven Basisgefühl.
So lösungsorientiert ich danach strebe, mich selbst weiterzuentwickeln oder im Beratungskontext Veränderung anzuregen, so vermute ich nicht-passende Autonomieverbundenheitsverhältnisse als tief verwurzelte Hürden, die auch bei großer Vertrautheit und bei sensiblen und liebevollen Veränderungsversuchen manchmal nicht zu überwinden sind.

Jessica Näser

10. Kalenderwoche 2018

Who’s gonna sing a song of change
if no one can imagine life outside the beaten track?

hören und genießen: Tina Dico und Helgi Jónsson – No Time To Sleep (detektor.fm-Session) – https://www.youtube.com/watch?v=GRsvtW73QP0

9. Kalenderwoche 2018

Einfach da

Wäre es nicht möglich, es reife das, was wir sind, in unserer Tiefe, und wir könnten es gar nicht erklügeln, nicht beschließen, es wäre einfach nur da?

Jessica Näser

8. Kalenderwoche 2018

Wie merke ich, dass der Frühling kommt?

Ich hab’ mich umgeguckt und umgehört, umgerochen, umgeschmeckt und umgefühlt.
Drinnen glänzen die Gummibärchen im Sonnenlicht.
Während ich hier tippe, wird die Wange, auf die die Sonne scheint, ganz warm.
Draußen wachen die Farben auf.
Fast unauffällig verteilen sich kleine Knospen grünlich an den Ästen.
Die Krokusse leuchten lila und gelborange in Grüppchen, und die Schneeglöckchen baumeln weiß und wie immer nur sehr leise.
Tulpen und Narzissen warten mildgrün darauf, sich bald knallbunt zu zeigen.
Die Vögel zwitschern mit Schwung, wie aufgeweckt. Beflügelnd.
Schwäne starten klatschend über’s Wasser.
Die Luft juckt sonniger in meiner Nase als neulich noch.
Das Helle macht leichter.
Im Wald duftet es sanft und frisch.
Die heiße Suppe wärmt von innen, und das Joghurteis-mit-Sahne auf die Hand gibt es auch schon und tut gut. Walnuss-mit-Sahne auch.
Es macht mir Spaß, die Mülltonne rauszurollen, und ich würde meinen, meine Stirnfalte entknittert.
Die Lust, tief ein- und erleichtert auszuatmen, schubbst mich aus meiner Wohnung.
Mir begegnen mehr Lächelnde.

Jessica Näser

7. Kalenderwoche 2018

Der Heiterkeit sollen wir, wann immer sie sich einstellt, Tür und Tor öffnen, denn sie kommt nie zur unrechten Zeit.

Arthur Schopenhauer

6. Kalenderwoche 2018

Leben heißt Erinnerung, an Freude und an Leid.
An den Zauber, die Magie des Augenblicks.
Du weißt nie, was gleich geschieht,
was dir heut‘ und morgen blüht,
nur im Nachhinein wirst du vielleicht versteh’n.

Alles dreht sich im Kreis auf dem Karussell des Lebens.
Vieles geht, doch Schönes bleibt
und verliert den Zauber nie.
Alles dreht sich im Kreis.
Dich und mich wird’s wieder geben.
Irgendwann, irgendwo und irgendwie.

Höhner

5. Kalenderwoche 2018

Todsündensindlebenserlaubnisse Teil 2

Todsünde Geiz – Jeder Mensch hat die Lebenserlaubnis, andere teilhaben zu lassen an dem, was ihm wertvoll ist, und zu spüren, dass er damit sich und anderen gut tut.

Todsünde Wollust – Jeder Mensch hat die Lebenserlaubnis, leidenschaftlich und lustvoll zu empfinden, dass intime körperliche Nähe, Zärtlichkeit und Sexualität im Einvernehmen wertvoll und besonders sind.

Todsünde Jähzorn – Jeder Mensch hat die Lebenserlaubnis, sich seiner Wut bewusst zu sein, sich dadurch lebendig zu fühlen und bei sich selbst zu ergründen, wo die Ursache liegt.

Todsünde Trägheit – Jeder Mensch hat die Lebenserlaubnis, wach und aktiv seinen Weg zu gestalten, sich Ziele zu setzen und ihnen nachzugehen (…und zwischenzeitlich auszuruhen, um Energie zu tanken).

…Todsünden im Allgemeinen – Jeder Mensch hat die Lebenserlaubnis, ungewollte Fehltritte zu begehen und sie sich und anderen zu verzeihen.

Jessica Näser

4. Kalenderwoche 2018

Was ist eigentlich das Gegenteil von Todsünde? – Lebensrecht?
Oder besser – ergibt sich aus jeder Tod-Sünde nicht eine Lebens-Erlaubnis?

Todsünde Neid – Jeder Mensch hat die Lebenserlaubnis, zu gönnen und die Freude von anderen mit Leichtigkeit mitzuerleben.

Todsünde Völlerei – Jeder Mensch hat die Lebenserlaubnis, offen zu sein für kleine Besonderheiten und sich dem bewussten Genuss zu widmen.

Todsünde Hochmut – Jeder Mensch hat die Lebenserlaubnis, andere so zu schätzen wie sie sind, sie in ihrem Stand zu wahren und sich zugehörig zu fühlen.

Jessica Näser

3. Kalenderwoche 2018

Ich bin davon überzeugt, dass unser Gefühl uns sagt, mit welchem Menschen in welchem Zusammenhang wir wie nah in Verbindung stehen möchten. Die Lebensaufgabe besteht darin, dies zu merken, zu würdigen und entsprechend zu agieren.

Jessica Näser

2. Kalenderwoche 2018

Das Glück

Es sitzt sich weich auf unserm Sofa. Gemütlichkeit im ganzen Haus.
Geschmackvoll wählten wir die Bilder zur Farbe der Gardinen aus.
Wir schließen nachts die Jalousien, hab’n neue Schlösser in der Tür.
Das Glück soll sich doch sicher fühlen als Dauermieter, dachten wir.

Da hat’s das Bündel schon geschnürt.
Ich glaub‘, es wohnt nicht gern möbliert
und scheint die Sicherheit zu meiden.
Versprechen, die vergisst es prompt
und dass es niemals pünktlich kommt,
kann ich nicht leiden.

Ich hab es tief als Kind geatmet im Kirschenbaum zur Blütenzeit.
Da warf’s mir seine Glückshaut über grad wie ein Sternentalerkleid.
Ich traf es unter jungen Leuten, wir feierten bei Kerzenschein.
Es war spontan, verrückt, bescheiden und machte aus dem Wasser Wein.

Dann ging es fort und kam nicht mehr.
Ich hechelte ihm hinterher,
doch ich war nie sehr gut im Rennen.
Einmal kam’s ungeheuer groß,
es trug ein Baby auf dem Schoß.
Da schossen uns vor Glück die Tränen.

Ich fand es mal beim Muschelsuchen, da gab’s mir sein Geheimnis preis:
Du rennst mir nach, willst mich erzwingen, halt inne, schau, und sei ganz leis.
Dann wirst du staunend mich entdecken, dann hörst du meinen Glücksgesang.
Und ich kann dir aus vielen Blicken entgegenschau’n dein Leben lang.

Ich bin im Brotgeruch versteckt
und wenn dich deine Liebste neckt
im Dunkeln, dann hörst du mich lachen.
Ich warte auf dich jetzt und hier
und wenn du singst, bin ich bei dir,
dich froh zu machen.

Gerhard Schöne

Neujahr 2018

Wozu wollen wir Menschen miteinander kämpfen? Wir sollten uns nebeneinander setzen und Ruhe haben.

Georg Büchner

52. Kalenderwoche 2017

Meine Vorweihnachtswoche setzte sich zusammen aus ein paar stressigen Tagen und aus fast zu vielen berührenden Momenten – positiven wie negativen. Ich hatte dann und wann Zeitdruck und in der Summe ein ziemliches Holterdipolter. Als ich am Samstagabend müde und gedankenverstrickt nach Hause marschierte, sah ich etwas in Augenhöhe baumeln, ich glaube es hing an einem Laternenpfahl. (…oder war es ein Stoppschild? Für mich persönlich und in diesem Moment ja, denn ich stoppte und hielt inne.)
Es war so dunkel, dass ich es kaum erkennen konnte; das Flattern der Plastikfolie hatte meine Aufmerksamkeit gefangen. Die Ampel daneben sprang von grün auf rot, und im rötlichen Licht konnte ich den selbstgebastelten Weihnachtsbaum erkennen, der liebevoll gestaltet und ungelenk verklebt in einer Schutzhülle dort angebracht war. Ich habe noch zwei Ampelphasen dagestanden, den Baum in rotem, gelbem und grünem Licht genossen und war zutiefst gerührt.
Ich freue mich für das Kind, das so Zauberhaftes in die Welt gebastelt hat und damit ernst genommen wurde, und für diejenigen, die diese unverbesserliche Botschaft erkannt und nässeschützend eingetütet haben, um sie zu „veröffentlichen“. Und ich freue mich für alle Leute, die das Glück haben, das Bäumchen zu bemerken. Wer oder was immer damit gemeint war – für mich war es ein Geschenk.
Meine erste Mission am Heiligenabendmorgen war, mit meinem Hund zur Laterne zu schlawinern und ein gemaltes „Dankeschön“ darunter zu kleben. Ich hoffe, dass der kleine Künstler oder die kleine Künstlerin es sieht.

Jessica Näser

51. Kalenderwoche 2017

Charlie Brown: „Eines Tages werden wir alle sterben, Snoopy!“
Snoopy: „Ja das stimmt, aber an allen anderen Tagen nicht.“

Charles M. Schulz – The Peanuts

50. Kalenderwoche 2017

Meistens ist Ehrlichkeit mit Verspätung schwieriger als die, die pünktlich kommt.

Jessica Näser

49. Kalenderwoche 2017

Ich habe mit Freunden und Bekannten über die Weihnachtszeit gesprochen. Seitdem schwimmen …oder bei der Kälte besser: schlindern… mir die Fragen im Kopf herum, warum viele Menschen in der (Vor-)Weihnachtszeit mehr als sonst an Hilfsbedürftige denken, warum sie dann doch dem Obdachlosen ein paar Worte oder Euro schenken, spendabler, großzügiger sind, oder auch die anstrengende Verwandtschaft wärmer und herzlicher empfangen als sonst im Jahr.

Ist das was Gutes? Echtes? Ist es nur aufgesetzt? Oder erleichternd? Hat das mit Verpflichtung zu tun? Mit Ent-pflichtung? Mit Gewissensberuhigung? Und Ignoranz zur restlichen Zeit des Jahres? Im Sommer ist draußen schlafen nicht so schlimm? Im Frühling ist Einsamkeit heller? Geht es um Selbstschutz? „Alles-zu-seiner-Zeit“? Ist weihnachtliches Wachrütteln nötig, um Gutes zu tun? Besser überhaupt irgendwann als nie?

Was daran ist schlecht, und was daran ist gut? Unehrlich oder ehr-lich?

Hat es mit Freude am Geben zu tun? Mit Wohlmeinen? Mit Dankbarkeit? Mit Warmherzigkeit, die in dieser Zeit Raum und Aufmerksamkeit gewinnen kann und darf? Mit Liebe wieder spüren, die im außerweihnachtlichen Alltag so leicht in den Hintergrund gerät? Sind jetzt die Herzen wacher und die Menschen besonnener als sonst?

Die Fragen schlindern immernoch, geben mir zu denken. Auch über mich.

Das weihnachtszeitliche Wohl-wollen als rein liebevoll anzunehmen ist naiv. Vorwurfsvoll und ärgerlich darüber zu sein, ist aber auch nicht stimmig. Nachdenklich sein – das passt.

Wir sind ja frei, so zu sein wie wir wollen, an jedem Tag und zu jeder Zeit im Jahr. Alle Jahre wieder.

Jessica Näser

48. Kalenderwoche 2017

Todsünde Neid?
Najaaa, ich finde Neid kann mal passieren. Manchmal ist Neid, den man sich selbst eingesteht, wahrscheinlich ehrlicher als keinen zu haben. Neid kann anregen, für sich etwas zu schaffen, neue Ziele zu etablieren. Und Neid kann einen bestenfalls darauf aufmerksam machen, was man bereits alles Gutes im Leben hat.

Missgunst dagegen finde ich tragisch.
Missgunst verbraucht wertvolle Energie, streut Negatives, verärgert und vergrämt und steht zwischen den Menschen.
Missgunst beschwert. Und sie verändert nichts.
Der Missgünstige ist der, der die Veränderung braucht.
Vielleicht kann er ja wenigstens Neid daraus machen.
Oder sogar gönnen. Gönnen erleichtert.

Jessica Näser

47. Kalenderwoche 2017

Was du verschenkst, hast du gewonnen, was du versteckst, hast du verloren.

Shota Rustaveli

46. Kalenderwoche 2017

Eine gute Freundschaft erlaubt Phasen, in denen die besondere Verbundenheit mehr zählt als die Zeit, die man miteinander verbringt.

Jessica Näser

45. Kalenderwoche 2017

Unsere Gedanken gleichen oft den Wellen an der Oberfläche eines bewegten Meeres.
Doch tief in dir, da, irgendwo im Nirgendwo,
wo du wirklich zu Hause bist,
gibt es einen stillen, klaren Bergsee.

Veit Lindau

44. Kalenderwoche 2017

Wenn wir vom Leben sprechen, sprechen wir in Wahrheit über Beziehungen. Wir existieren nicht isoliert. Unser Gefühlsleben ist immer in „Fremdbeteiligungen“ verstrickt.

Carl A. Whitaker, einer der Väter der Familientherapie

43. Kalenderwoche 2017

Kindheitserinnerung

Als ich klein war gab es so Ringe mit Steinen drin, die ihre Farbe wechseln konnten. Mein Yps-Heft hatte mir glaubhaft gemacht, dass meine aktuelle Stimmung in der Farbe des Steines sichtbar würde. Demnach brauchte ich also nur auf den Ring zu schauen und schon wusste ich, wie es mir geht. Das schien so einfach!

Jessica Näser

42. Kalenderwoche 2017

oh ja, geliebte menschen verlieren, das könnte wohl das schwerste sein, was es auf der welt gibt. sollte nie passieren und tut es doch… aber was ist die alternative? niemanden kennen, niemanden lieben, zuerst sterben? alles nicht so das wahre. verrücktes leben, verrückt.

Immanuel Reinschlüssel

41. Kalenderwoche 2017

Wenn der Herbst angekühlt nähergeraschelt kommt und der blaubehimmelte Wind stärker wird, um goldgelbe Blätter mit den rotbraunen zu verwirbeln, wenn der Regen von einem sanften Hauch zur Gesichtsmassage wird und die Frisur zu einem stürmischen Kunstwerk, dann ist es Zeit für Kerzenschein in der Dämmerung, für heiße Suppe und Wolldecke und für wohlig und gemütlich machen.

Jessica Näser

40. Kalenderwoche 2017

Stellen Sie sich vor, das Wort Luxus würde neu erfunden.
Luxus würde ab jetzt als etwas sehr Persönliches definiert, als etwas besonders Gutes, was ganz viel mit Ihnen, nichts aber mit viel Geld oder „Luxusgütern“ zu tun hat. Luxus wäre etwas, das Sie sehr genießen, das zu Ihrem Leben gehört, immer mal wieder wohltuend ist, was für Sie irgendwie stimmt; etwas, das Sie dann und wann lebendiger fühlen lässt, das einfach zu Ihnen passt. Es muss nichts materiell Wertvolles sein, nichts, was kaum erreichbar ist oder was nur andere haben, die sich „so etwas gönnen“ oder „so etwas leisten können“. Es muss auch nicht für jeden Menschen verständlich sein, weshalb Sie persönlich so davon beglückt sind. Der neue Luxus ist etwas, das Sie als Geschenk erleben, eine Kleinigkeit vielleicht, etwas besonders Bodenständiges oder Erhebendes, ein toller Geschmack, ein herzlicher Moment, ein wohliges Gefühl oder ein frischer Duft, weiches Moos, ein reibungsloses Kugellager, ein gelungener Pinselstrich, ein Käsebrot oder ein Waldlauf, ein Gespräch, ein Blick, ein Schnaufen oder ein Lied. Der neue Luxus ist eine Leichtigkeit, ein kleines liebenswertes Teilchen, das alles Lebenswerte Ihres Lebens zusammenzupuzzeln vermag, ein Vergnügen, eine Sause oder ein Kribbeln, etwas, das Sie beschwingt oder befreit oder beides, etwas Gemütliches oder Aufregendes oder sogar etwas Unbeschreibliches, einfach Herrliches.
Wenn das die neue Definition von persönlichem Luxus ist – was ist Ihrer?
Ich wünsche eine luxuriöse Woche!

Jessica Näser

39. Kalenderwoche 2017

Unterwegs ist Freundlichkeit wichtiger als eine gemeinsame Sprache.

Michael Holte

38. Kalenderwoche 2017

Ich wünsche eine leichtsinnliche Woche im Gegensatz zu einer leichtsinnigen.
Und eine leicht sinnige Woche im Gegensatz zu einer schwer unsinnigen,
mit ausreichend Feinsinn im Gegensatz zu Starrsinn.
Auf keinen Fall Trübsinn!
Bestenfalls Tief- anstelle von Stumpfsinn
und genügend Frohsinn für Unsinn.

Jessica Näser

37. Kalenderwoche 2017

In der Tat, wenn wir das meiste, was in unserem Reden und Tun unnötig ist, wegließen, so würden wir mehr Muße und weniger Unruhe haben. Frage dich also bei jeglicher Sache: Gehört diese etwa zu den unnötigen Dingen? Man muss aber nicht nur die unnützen Handlungen, sondern auch die unnützen Gedanken vermeiden; denn die letzteren sind auch die Ursache der überflüssigen Handlungen.

Marc Aurel

36. Kalenderwoche 2017

Die Umwelt aufmerksam und beeindruckt wahrzunehmen, der ehrliche und beherzte Versuch, Menschen offen und neugierig zu begegnen und sich Tieren möglichst fair zu widmen, bedeutet für mich Zuwendung zur Natur. Auch zu meiner.

Jessica Näser

35. Kalenderwoche 2017

Ich würde mir einfach nur wünschen, dass Menschen aufhören, sich so viele Gedanken darum zu machen, was für ein Geschlecht Fremde haben.

Fynn im Film Mädchen oder Junge? Aufwachsen als Transgender-Kind ARD Mediathek

34. Kalenderwoche 2017

Wer sich beschwert, kann auch danken.

Michael Becker

33. Kalenderwoche 2017

Ich suche nicht – ich finde.
Suchen, das ist das Ausgehen von alten Beständen und das Finden-Wollen von bereits Bekanntem im Neuen.
Finden, das ist das völlig Neue!

Pablo Picasso

32. Kalenderwoche 2017

Heute empfehle ich ein geniales und erfrischendes Video über Mut – so oder so.
Google: New York Times 10m Tower
https://www.nytimes.com/video/opinion/100000004882589/ten-meter-tower.html
Viel Vergnügen!

Jessica Näser

31. Kalenderwoche 2017

Die Definition von Wahnsinn ist, immer wieder das Gleiche zu tun und andere Ergebnisse zu erwarten.

Albert Einstein

30. Kalenderwoche 2017

„Das bringe ich nicht über’s Herz.“

Die Klarheit im Herz ist so stark, dass man ihr nichts entgegen zu setzen hat.

Jessica Näser

29. Kalenderwoche 2017

ES IST
MAL WIEDER
ZEIT
FÜR EINEN
MUT
AUSBRUCH

Grafik Werkstatt Das Original – www.grafik-werkstatt.de – Karte Nr. 9929

28. Kalenderwoche 2017

Gib etwas von dem unverdienten Glück zu leben, hier zu leben, gut zu leben, an andere weiter.

Thomas Brück

27. Kalenderwoche 2017

Interkulturelle Kompetenz startet unter uns.

Jessica Näser

26. Kalenderwoche 2017

Warum aber glauben die meisten, es sei unmöglich, sich dieser Tretmühle zu entziehen? Das liegt unter anderem daran, dass uns von Kindheit an eingebläut wird, dass Drückeberger grundsätzlich Versager sind. (…) Den Ausstieg aus der Tretmühle zu verurteilen funktioniert nur, wenn man akzeptiert, dass man ein System niemals verlassen darf, wenn man erstmal drin ist – egal ob es sich um eine gescheiterte Karriere, eine abgestorbene Beziehung oder um ein brennendes Haus handelt.

Robert Wringham

25. Kalenderwoche 2017

Die Nachricht ist nicht das Wort. Die Nachricht ist, was ich tue, meine Bewegung, mein Verhalten, die bewusste und unbewusste Demonstration meiner Gedanken und Gefühle nach außen – sichere und unsichere, reife und unreife, freie und begrenzte, das, was real ist. Sich zeigen ist die Nachricht. Sie schafft Vertrauen und Voneinanderwissen und ist die Basis für Verstehen und Verändern, für echte Nähe und Verbindung.

Jessica Näser

24. Kalenderwoche 2017

Euphemismus ist die schönste Sache der Welt!

Jessica Näser

23. Kalenderwoche 2017

Der Fels

Wenn dir ein Fels vom Herzen fällt,
so fällt er auf den Fuß dir prompt!
So ist es nun mal auf der Welt:
Ein Kummer geht, ein Kummer kommt.

Heinz Erhardt

22. Kalenderwoche 2017

Entscheide lieber ungefähr richtig, als genau falsch.

Johann Wolfgang von Goethe

21. Kalenderwoche 2017

Ein Rätsel: Sanft ist sie und weich. Sie ist hell. Sie harmonisiert, mildert Süßes und Starkes. Sie unterstreicht, sie schmückt das Eigentliche und lässt es genüsslicher werden. Sie wird oft geschlagen oder gesprüht. Sie ist eine Heldin, kann Nebensache sein oder die Krönung. Und auch allein ist sie ein Fest, schluck- und löffelweise.

Jessica Näser

20. Kalenderwoche 2017

Die Ungeduld verlangt das Unmögliche, nämlich die Erreichung des Ziels ohne die Mittel.

Georg Wilhelm Friedrich Hegel

19. Kalenderwoche 2017

Meist lohnt es sich, den positiven Anteilen einer Situation mehr Bedeutung beizumessen, als den negativen.

Jessica Näser

18. Kalenderwoche 2017

Alle guten Dinge haben etwas Lässiges und liegen wie Kühe auf der Wiese.

Friedrich Nietzsche

17. Kalenderwoche 2017

Viele Außenstehende erklären mein Tun als übermenschlich. Weit gefehlt. Ich bin ein ganz normaler Mensch. Die meisten gesunden Menschen würden das, was ich tue oder getan habe, auch können. Sie müssten es nur mit gleicher Vehemenz wollen, mit der ich es will.

Reinhold Messner

16. Kalenderwoche 2017

-„Was liest du da?“
-„Große Erwartungen“
-„Und wie ist es?“
-„Ich hab‘ mir mehr davon erhofft.“

Hot Shots 2 – Der 2. Versuch

Ostern 2017

Friedliche frühlingsfrische freche freie fremdenfreundliche fruchtige fröhliche Ostertage!

Jessica Näser

15. Kalenderwoche 2017

Ich habe die Stärke gehabt zu vergessen, was ich aus Schwäche gelernt hatte.

Epikur

14. Kalenderwoche 2017

Decisions as I go, to anywhere I flow,
sometimes I believe, at times when I should know.
I can fly high, I can go low.
Today I got a million, tomorrow I don’t know.

Lost Frequencies

13. Kalenderwoche 2017

„anständig sein“

Den anderen in seinem Stand wertschätzend annehmen und wahren, so dass die Verbindung unter Menschen für jeden eine gute Erfahrung und bereichernd sein kann.

Jessica Näser

12. Kalenderwoche 2017

Wenn Ihr Gehirn einfach herumsitzt, ohne irgendetwas Besonderes zu tun, wird es immer irgendetwas finden, was es tun kann, und es scheint ihm ziemlich egal zu sein, was es ist. Vielleicht macht’s Ihnen was aus, aber ihm nicht.

Richard Bandler

11. Kalenderwoche 2017

Ein großer Teich war zugefroren;
die Fröschlein, in der Tiefe verloren,
durften nicht ferner quaken noch springen,
versprachen sich aber, im halben Traum:
Fänden sie nur da oben Raum,
wie Nachtigallen wollten sie singen.
Der Tauwind kam, das Eis zerschmolz,
nun ruderten sie und landeten stolz
und saßen am Ufer weit und breit
und quakten wie vor alter Zeit.

Johann Wolfgang von Goethe

10. Kalenderwoche 2017

Manchmal bringt es das Gehirn und die Stimmung in Schwung, wenn man eine Kleinigkeit anders macht als sonst, zum eispiel, wenn man in einer Unterhaltung ab und zu den ersten onsonanten weglässt.

Jessica Näser

9. Kalenderwoche 2017

Der (Mann) war von einer Zweiwochenreise zurückgekehrt, (er) hatte bemerkt, dass seine Frau einen Mundgeruch hatte. Hatte sie den immer schon gehabt? Nein. Der war neu. Wie sollte er jetzt davon anfangen? Er konnte nicht sagen: Dein Atem riecht nicht mehr so gut wie früher. Diesem Mann war sofort klar, dass er vorerst nichts sagen konnte. Und er fragte sich, was alles seine Frau an ihm bemerke und nicht ausspreche. Ein Ehepaar, zwei zunehmende Verschwiegenheiten.

Martin Walser

8. Kalenderwoche 2017

Wahrheit ist niemals allgemein, sie ist immer persönlich.

Stephan Sarek

7. Kalenderwoche 2017

Montag-Morgen-Moment: Am Montag fuhr ich müde zur Arbeit, es muss so zwanzig vor acht gewesen sein, da stand ich an der roten Ampel und sah, wie ein Radfahrer in Arbeitskluft beim Rechtsabbiegen in die Bahnschienen rutschte und der Länge nach zu Boden fiel. Autsch, dachte ich, während der Mann sich hochrappelte und wütend auf ich-glaube-polnisch die Bahnschiene anmuffelte. Ich drückte meinen automatischen Fensterknopf und wollte fragen, ob er Hilfe brauchte. Ehe ich mich versah (so ein Fenster braucht seine Zeit), liefen vier Passanten zu ihm hin, um ihm zu helfen. Der Mann kam kaum damit nach, den beherzten Leuten zu versichern, dass alles in Ordnung sei, und darüber musste er plötzlich schmunzeln. Was für ein schöner Montag-Morgen-Moment. Mein Fenster summte wieder hoch und ich fuhr lächelnd weiter.

Jessica Näser

6. Kalenderwoche 2017

Um zu einem Therapeuten zu gehen, reicht es, wenn jemand in bestimmten Situationen auf einem bestimmten Schlauch steht, so dass er sich nicht wohlfühlt oder im alltäglichen Leben aus seiner Sicht manchmal eingeschränkt ist. Er muss dafür nicht gaga sein oder durchgeknallt.

Jessica Näser

5. Kalenderwoche 2017

Veränderung ist eine Tür, die von innen geöffnet wird.

Günter Schiepek

4. Kalenderwoche 2017

Wenn etwas funktioniert – mach‘ davon mehr! Wenn etwas nicht funktioniert – verändere etwas!

Steve de Shazer

3. Kalenderwoche 2017

Jeder mögliche Nachteil des Systems zeigt sich an anderer Stelle als möglicher Vorteil.

Arist von Schlippe

2. Kalenderwoche 2017

Wer sein Ziel kennt, findet den Weg.

Laozi

Neujahr 2017

Es gibt so wunderweisse Nächte, drin alle Dinge silber sind.

Rainer Maria Rilke

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